Regenbogen

Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens.
(Friedrich Nietzsche)

 

 

Etwas Spannendes habe ich in Puncto Hoffnung zum Thema “Umgang mit Kränkungen” bei Bärbel Wardetzki gefunden: 

“Hoffnung und Gelassenheit haben im weiteren Sinne etwas mit der Überwindung von Kränkungen zu tun. So ist Hoffnung der Gegensatz von Erwartung, Gelassenheit der Gegenpol von Kontrolle und Macht.

Indem wir hoffen, nehmen wir Abschied von Erwartungen und ihrer unbedingten Erfüllung. Die Folge unerfüllter Erwartungen ist Enttäuschung und Kränkung. Wenn sich Hoffnungen zerschlagen, ist die Folge Trauer. Dann betrauern wir das, was wir nicht bekommen können, sind aber nicht gekränkt.

In der Hoffnung liegt nicht der Anspruch auf Befriedigung, sondern der Wunsch und das Vertrauen, daß wir bekommen, was wir brauchen.[….]

Bestellen wir uns also, wie immer in schwierigen zwischenmenschlichen Fällen, Hilfe beim Universum.  Unsere eigenen Macken, die zu diesen schwierigen Empfindungen beitragen, können wir erforschen. Zur erfolgreichen Veränderung der eigenen  Meise! bestellen wir uns dann noch eine dicke Portion inneren Frieden :-) Dem Anderen können wir gleich eine Familienpackung inneren Frieden mitbestellen. Und wenn nicht gleich aus der Meise eine Friedenstaube! wird, so hilft es auf jeden Fall dahingehend, dass wir uns nicht in Rachgelüsten oder in unseren Tränen verlieren, weil wir die Sache fälschlicherweise nur beim Anderen sehen. 

Merke: Zum Zwist gehören immer zwei! Und ändern kannst Du Dich selbst am Leichtesten, indem Du mal einen anderen Standpunkt wählst und von dort aus guckst, wie dann die Sache aussieht. 

Bärbel Wardetzki sagt […] Kränkungen sind vermeidbar, wenn wir statt der Erwartungen Hoffnungen hegen, uns Zeit nehmen, Geduld haben und warten können. In dieser Haltung haben wir das, was ich Gelassenheit nenne.

In der Gelassenheit hören wir auf zu kontrollieren, und vertrauen uns an. Wir lassen geschehen, was wir nicht beeinflussen können und wenden keine unnötige Kraft auf, etwas außerhalb unserer Macht Stehendes steuern zu wollen.

Wir können beispielsweise die Liebe und Zuneigung eines Menschen nicht erzwingen, nicht durch Macht und Kontrolle erringen.

Wir können nur hoffen, daß er uns so liebt, wie wir ihn und er uns seine Liebe schenkt.

Wir können nicht mehr tun, als unsererseits offen für ihn zu sein.

Kränkung hat da keinen Platz, da sie fordert und alles zunichte macht. Hoffnung dagegen kontrolliert nicht, sondern läßt sich beschenken.

Und unsere Erfahrung hat uns möglicherweise gelehrt, daß wir gerade das bekommen, was wir innerlich auch bereit sind herzugeben. Und daß wir vieles nicht bekommen, was wir zwanghaft und unbedingt “haben wollen”. Wenn wir uns für die Hoffnung und die Gelassenheit entscheiden, sind wir weniger anfällig für Kränkungen.[…]

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