Von der Begegnung mit Gefühlsterroristen

Mittlerweile ist Gefühlsterrorismus etwas, das nicht nur Einzelne betrifft. Es ist zu einer durchgängig zu beobachtenden Erscheinung geworden. Internationale Studien belegen, dass eine Vielzahl von Menschen unter Gefühlsterrorismus leiden.  Den meisten Menschen sind dabei weder die vielfältigen Formen von Gefühlsterrorismus, noch die Zusammenhänge und Ursachen bewußt.

Allerdings kann Gefühlsterrorismus nicht nur erhebliche gesundheitliche Schäden für die Betroffenen hervorrufen, sondern zieht auch enorm hohe wirtschaftliche Kosten mit sich. Gefühlsterrorismus sabotiert letztlich die gesunde Weiterentwicklung von Menschen, Projekten und Organisationen.

“Gefühlsterrorismus” beschreibt solche subtilen Verhaltensweisen, die nachhaltig Schaden im emotionalen Verarbeiten der Zielperson ausgelösen. Gefühlsterror bedeutet so viel wie beleidigen, kränken, diskriminieren, schikanieren, ausgrenzen, verhöhnen, sich zynisch oder sarkastisch äußern und entsprechend verhalten. Aber auch und besonders solche hinterlistigen Machenschaften, wie üble Nachrede, das gezielte Unterlassen von Informationsweitergabe, deren Verfälschung, einschüchternde Aggressionen, verschlagen menschliche Ängste schüren, Menschen hinterrücks gegeneinander ausspielen. Ebenso die emotionale Erpressung, Nötigung - Kurz:  alle Inszenierungen, die einem anderen Menschen soziale Irritationen und tiefe Verunsicherung bis zur völligen  Orientierungslosigkeit bereiten sollen.

Gefühlsterror tritt nicht auf, wenn zwei gleichstarke Menschen fair miteinander streiten oder auf dem Hintergrund eines gefestigten Selbstwertgefühls beider Parteien, zynische oder sarkastische Humorattacken als verbales Gesellschaftsspiel betreiben.

Gefühlsterrorismus ist es aber immer dann, wenn einer der Beteiligten emotional betroffen oder sogar verletzt wird.

Wozu führt Gefühlsterror?

Eigentlich wissen wir es ja aus eigener Erfahrung: Negative Gefühle, Ärger, Streit und permanente Schwarzseherei zählen nicht zu den positiven Gefühlsauslösern. Was wir aber oft ignorieren und was uns wenig bewusst ist: Diese negativen Emotionen schaden langfristig auch deutlich und nachhaltig unserer Gesundheit.

Diese Erkenntnis steht auf festen wissenschaftlichen Füßen: es gibt direkte Verbindungen zu Stressfolgeerkrankungen und Krebs. Leider wird diese Einsicht noch viel zu sehr bagatellisiert. Und emotionale Verletzungen werden immer noch weit hinter körperliche Erscheinungsformen zurückgedrängt.

Wie oft wird die Person, die weinend und verstört am Arbeitsplatz sitzt, dann für “verrückt” und ”hysterisch”  erklärt? Die Sozialpsychologinnen Phyllis und Ellen Chesler, das sei noch einmal in Erinnerung gerufen, haben schon in den 70 ger Jahren sozialstrukturelle Zusammenhänge erforscht und unter anderem das Buch mit dem Titel “Frauen, das verrückte Geschlecht?” geschrieben. Darin zeigen sie sehr anschaulich die markanten Formen des Gefühlsterrorismus auf, gegenüber dem, in unseren Gesellschaftsstrukturen  benachteiligten und so geschwächten weiblichen Geschlecht. Das Buch gibt wissenschaftlich fundierte Einblicke in so manche spannungsgeladenen Zusammenhänge.

Es ist meine Überzeugung, in Anlehnung an die Erfahrungen, zuletzt auch aus meiner Lebens- und Beratungspraxis, dass Kollegen, die uns ständig mit Ihrer schlechten Laune malträtieren, Lehrer, die ihre Schüler in einem wahren Trommelfeuer von negativen Stressauslösern in Schulräumen gefangen halten, Ehepartner, die in nervenaufreibendem Kleinkrieg ihrer Unzufriedenheit und Unfähigkeit, mit sich selbst zurechtzukommen, Luft machen, aggressive Drängler im Straßenverkehr, freche und unverschämte Dienstleister in Behörden und Institutionen und letztlich alle Menschen, die uns gnadenlos in ihr negatives und destruktives Weltbild hineinziehen, wegen Körperverletzung verklagt werden könnten.

In Supervision und Beratung machen wir uns sowohl die Opfer- , als auch die Täterrolle bewußt. Wir erforschen den Zusammenhang, lernen Gefühlsterroristen zu erkennen, zu durchschauen und zu entwaffnen. Dazu gibt uns die  Erkenntnis das Recht, die bestätigt, dass die Beeinträchtigung unseres seelischen Wohlbefindens  sich immer auch in unseren Körpern wiederspiegeln wird.

Gut ist die Entwicklung, dass mit naturwissenschaftlicher Beweisführung zunehmend besser aufgezeigt werden kann, dass das Leiden, welches durch Gefühlsterror und seelische Unterdrückung entsteht, auch körperliches Leid verursacht. Die moderne Technik, wie die Nanotechnologie, macht dies heute mehr und mehr möglich.

Unterdessen ist Hilfe zur Selbsthilfe durch aktives Lernen angesagt. Und das funktioniert zunächst über das Bewußtmachen von Strukturen und das gemeinsame Entwickeln von konkreten Verteidigungsstrategien. Es gilt einen wirkungsvollen Selbstschutzes aufzubauen und einen klaren Blick auf vorhandene Möglichkeiten im Gepäck zu haben. So setzen Sie sich dann im Angriffsfall ruhig und mit angemessenem Aufwand zur Wehr. Das ist natürlich viel besser, als dem Terroristen ungebührend viel Energie und Aufwand zukommen zu lassen und sich damit am Ende wieder nur selbst zu schaden.

Lassen Sie uns im Gegenzug gegen Gefühlsterror, der uns krankmacht, miteinander stattdessen eine ansteckende Gesundheit verbreiten.

Schluss mit der Opferhaltung - Raus aus der Terror-Szene!

Jetzt umschalten: vom “Ich halte das nicht mehr aus” - hin zum “Ich mache das so nicht mehr mit!”

Erkennen - Durchschauen - Entwaffnen von Gefühlsterroristen durch Beratung, Supervision und Coaching info@aktivlernen.de

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