►Improvisation

In der Künstlerresidenz entstand neulich ein Gespräch mit einer Sängerin:

Ihr Thema war die mehr oder weniger vorhandene Fähigkeit zur Improvisation in der musikalischen Darbietung.

Sie hatte verschiedene Gitarristen erlebt, die bei allseits vorhandener Virtuosität, große Unterschiede  aufwiesen, in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Improvisation.

In unserem Gespräch entstanden interessante Gedanken…

Improvisation, als die Lust verstanden, das musikalische Leitthema auch einmal zu verlassen, 

damit dann das Auditorium zu irritieren, Gewohntes zu zerstören -

Und aus sozialpsychologischer Sicht, hat diese Fähigkeit zur Improvisation dann viel mit dem

Mut des Loslassens und mit dem Vertrauen zu tun, dass die Kommunikation mit dem Auditorium funktioniert und man sozusagen

gemeinsam am Ende zum Thema zurückkehren kann.

Aus der Sicht einer Malerin meine ich im Rahmen einer musikalischen Darbietung, dies bei den Musikern gut beobachten zu können, was ich in eigener Sache, beim Malen und Gestalten empfinde.

Dass es etwas gibt, das uns mit dem Publikum “trotzdem” verbindet, bei allem, was uns in der sinnlichen Wahrnehmung auch entzweit. Wunderbar.

Vergleichbares passiert mir überall in der Kunst.

Vertrauen, absichtslose Selbstbeobachtung, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, das ist meine persönliche Erfahrung, lassen die Quelle sprudeln.

Ein sehr interessantes Thema:

Lust und Freude an der Improvisation…?

2 Reaktionen zu “►Improvisation”

  1. manu

    Die Fähigkeiten, die zur Improvisation wichtig sind und die Eigenschaften eines Kontextes, welcher die Entwicklung kreativer Loslösung begünstigt, sind im Blick. Das Thema des Lebendigen, des Werdens und Vergehens, ist für die verschiedensten Forschungszweige interessant. Das Bewusstwerden, das achtsame Wahrnehmen und Kommunizieren geht natürlich besonders alle Humanwissenschaften an.

    Wie funktionieren und entwickeln sich Strukturen von Kommunikationsprozessen?

    Wie entfaltet sich die Improvisationsfähigkeit, der Zellen, eines Organismus, eines einzelnen Menschen oder der Subsysteme innerhalb einer komplexen betrieblichen Organisation?

    Immer geht es, wenn von Improvisation gesprochen wird, um vermeintlich Ungeplantes, Unbewußtes.

    Im Zusammenhang des Managements lernender Organisationen gibt es die Intention zum bewussten Einsatz von Strategien zur Improvisation.

    Hier ist unter anderem Karl E. Weicks aktivitätsorientierter, konstruktivistischer Forschungsansatz nennenswert.

    Für die Improvisation ist das Zusammenspiel, sowohl der inneren als auch der äußeren Determinanten entscheidend.

    Über das musikalische Ereignis der Improvisation sagte eine andere Musikerin gestern: “Im Hintergrund des improvisierenden Künstlers ist ein musikalisches Team, welches nach den klaren Regeln arbeitet.”

    Hier fällt wieder auf, wie blöd es ist, dass der deutschen Sprache das Gerundium fehlt, um das Prozesshafte besser zu beschreiben.
    Zu viel besserem Verständnis verhelfen uns Bilder und besonders Filmaufnahmen.

    Und, was das musikalische Improvisieren anbetrifft, denke ich, es ist für mich Zeit, mal wieder ein Konzert zu erleben.

  2. Christina

    Was braucht es als Voraussetzung, um improvisiern zu können: Vertrauen und Liebe. Es braucht technische Fähigkeiten in unterschiedlicher Ausprägung.

    Was wird durch das Improvisieren deutlich: Liebe, die Unendlichkeit in uns und in allem. Wahrheit. Eine mit dem Herzen begriffene Wahrheit. Ein Flow entsteht im Zuhörer/ -schauer und im Ausführenden. Es entsteht ein Alles-mit-allem-Verbundensein. Das Leben und der Tod in einem. Tiefe Befriedignung. Aufwühlen und Ruhe in einem. Sicherheit.

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