►Praxisanleitung - effektiv

Grundsätzlich gilt:

alles, was Sie selbst bewusst wahrgenommen haben, können Sie auch in klarer Gestalt kommunizieren. Von daher ist eine Vorabreflektion komplexer Vorgänge wesentlich für eine exzellente Praxisanleitung.


Günstig für die Einweisung einer eher ungeübten Kollegin ist es, sich selbst gut auf die Kollegin vorzubereiten: Lernen dockt am Bekannten an. Seien Sie präsent und holen Sie die Kollegin auf diese Weise da ab, wo sie sich jetzt im Prozess befindet. So kann es gelingen,

  1. die Kollegin gut vorzubereiten, bevor sie die Tätigkeiten ausführt:

Dem klaren Verständnis ist zuträglich, wenn wir erläutern, was unsere  Beweggründe sind, die uns dazu veranlassen, diese Tätigkeit auf diese Weise und nicht anders auszuführen:

 Nachvollziehbare Beweggründe

  • Warum wir diese Tätigkeit ausführen…
  • Warum auf diese Weise….

Verarbeitungszeit lassen, während der Erläuterungen….

2. konkret anschaulich machen.

Demonstration der Tätigkeit: Vorführen und dabei die Dinge aussprechen, auf die Sie im Verlauf der Ausführung besonders acht geben.

Welche Anhaltspunkte habe ich, um zu kontrollieren, ob eine Aufgabe “gut” erfüllt ist. (etwa….Gesichtsausdruck des Klienten…., die Maßgabe des Gerätes…. )

Fragen Sie bei einfacheren Tätigkeiten nach, ob die einmalige Vorführung und Erläuterung ausreichend Sicherheit gegeben hat, welche Details noch unklar sind und seien Sie bereit, komplexere Aufgaben mehrfach zur Anschauung anzubieten.

  • Teilen Sie mit, dass Sie einen kontinuierlichen Selbstverbesserungsprozess erwarten und bereiten Sie die neue Kollegin darauf vor, indem Sie mitteilen

    • unsere konkreten Kriterien, an denen wir selbst überprüfen können, dass diese Aufgabe präzise und korrekt ausgeführt wurde, sind (a,b,c..)

      3. die Aufgabe ausführen lassen.

      Günstig ist:

  • ihr bei Bedarf und Gegebenheit anzubieten, ihr noch über die Schulter zu schauen
  • klar auszusprechen, dass es Ihr Ziel ist, sie schnellstmöglich die Tätigkeit allein ausführen zu lassen
  • zu zeigen, wann, wo und auch inwieweit Sie selbst für Rückfragen zur Verfügung stehen oder wie eigentätige Aneignung erfolgen muss

4.Begleitung im kontinuierlichen Verbesserungsprozess

Aus meiner Sicht als Praxisanleiterin und aus Ihrer eigenen Sicht

Offene Fragen stellen:

  • Was funktioniert schon gut?
  • Womit hatte ich noch Schwierigkeiten?
  • Woran arbeite ich noch?

Gemeinsam überprüfen, das Ergebnis besprechen und überarbeiten.

Ein Handbuch ist eine gute Sache, für Handlungsanleitungen und damit natürlich für das Qualitätsmanagement.

Sind darin erst alle Arbeitsschritte, die in der Praxis anstehen, klar dokumentiert, so ist dies eine zusätzliche gute Hilfe, die Sicherheit im gesamten Team gibt und die Selbststeuerung für den Einzelnen erleichtert.

Wesentlich dabei ist, eine einförmige, klar strukturierte Prozessbeschreibung in den wesentlichen Prioritäten und Kriterien.

Die Orientierung auf der Beziehungsebene ist die wesentliche Grundlage, für die Bildung einer vertrauensvollen Arbeitskultur. Lachen und Lernen sind ein Traumpaar. Bei der Überantwortung neuer Aufgaben machen guter Austausch und guter Kontakt auch gute Leistung erst möglich. Deshalb ist ein „Kaffee Kekse und der Hund…“- Kennenlernen auch und gerade im hektischen Praxisalltag am ersten Tag wichtig und eine effektive Investition in die gemeinschaftliche Arbeit. So gelassen am Start zu sein, macht es möglich, dass wichtige Informationen allseits gut aufgenommen werden können. 

Am Anfang, in der Orientierungsphase, ist jeder energetisch gespannt und voller Tatendrang und neugierig. Hier ist innerlich eine Einstellung zur Entschleunigung ratsam. Umso leichter geht es, auf diese Weise ausbalanciert, dann mit einem guten Gefühl und der Ruhe, dass die „Chemie miteinander stimmt” und daher die Durchführung bald schon gelingen wird. 

Ein solches Offensein auf der Beziehungsebene, ist also mehr, als nur hilfreich für ein gutes Miteinander im Team. Es ist im Grunde unerlässlich: keine Bildung ohne Bindung.

Ein Quäntchen mehr Sicherheit in Sachen Beziehung bereitet guten Boden für das Lernen neuer Handlungsabläufe in einem neuen Feld. Anfängliche Fehler sind in einer gesunden Fehlerkultur hilfreich für klare Erkenntnisse, wie es denn nun besser und günstiger geht.

5.Sagen Sie der neuen Kollegin:

Wir setzen voraus: deine Reflektionsfähigkeit und Selbsteinschätzung.

Lassen Sie sie selbst Prozesse reflektieren. Gut geht das, mit den folgenden klaren Fragen nach jedem eigentätigen Handlungsablauf. Hier ist wieder Ihre Anleitung effektiv:

  • Was lief gut?

  • Was kann ich noch verbessern?

  • Was brauche ich?

Es heißt Pro-blem und nicht Kontra –blem.

Was kann ich daraus für das nächste Mal ableiten? Wie geht es besser?

Findet sich die neue Kollegin schnell zurecht und die Arbeitsabläufe werden gut umgesetzt?

Helfen Sie nochmal den Blick für die Kriterien zu öffnen, indem Sie hin und wieder mal fragen:

Fühlen Sie sich inzwischen schon wohler und sicherer bei Tätigkeit XY so, wie wir das hier machen?

 

Wenn Sie noch Fragen haben oder eine Begleitung zur Erstellung eines Handbuches für Ihre Praxis wünschen, eine individuelle Schulung oder Training Ihrer Mitarbeitenden….schreiben Sie mir eine Mail an

info@aktivlernen.de  oder rufen Sie mich an, unter 02233 -613966

 

 

 

 

 

 

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