►Selbstorganisation lebendiger Systeme

  Alle Dinge haben Zeiten des Vorangehens und Zeiten des Folgens, Zeiten des Flammens und Zeiten des Erkaltens, Zeiten der Kraft und Zeiten der Schwäche, Zeiten des Gewinnens und Zeiten des Verlierens. Deshalb meidet der Weise Übertreibungen, Maßlosigkeit und Überheblichkeit. Lao-tse

Fühlen und Denken sind in ständiger Wechselwirkung und schalten und filtern, was und wie wir Informationen wahrnehmen.

So ergeben sich Unterschiede in unserer Wahrnehmung und unserem Verhalten, je nachdem, ob wir uns in einem Zustand  der Angst, der Trauer, der Wut, des Hasses oder der Freude befinden.

In diesem Zusammenhang sind Forschungen zum Primingeffekt interessant. Hier zeigt sich, wie unsere Wahrnehmung nachhaltig beeinflußt wird, indem mit bestimmten Reizen, bestimmte Gefühle und Bilder in uns ausgelöst werden. Es folgen Assoziationsketten, die dann wiederum unser  Fühlen, Verhalten und Denken bahnen…

Affekte, Gefühle sind Kräfte, die sich nutzen lassen. So ist zum Beispiel, Angst eine stark strukturierende Kraft, die mit unserer inneren Bilderwelt verknüpft, gerne geweckt wird, wenn wir schnell etwas kaufen oder tun sollen.

Die gute Nachricht: ich muss das nicht mitmachen. Ich kann aus den Bildern, die Stress in mir erzeugen, aussteigen.

Es macht Sinn, sich Zeit zu nehmen, in die Ruhe zu gehen und sich Gedanken darüber zu machen, wer, wie, wann und zu welchem Zweck in unserer Gesellschaft unsere Affekte nutzen möchte und dies auch kann.

Auch und gerade, weil ich es bislang zugelassen habe, ist es leicht. Innehalten! Gelassenheit üben! Sich fragen: was passiert mir hier jetzt gerade? Sich sagen: das mache ich nicht mehr mit.

Abwägen: Was passiert, wenn ich nach meiner Angstlogik meine Entscheidungen treffe?

Das Angebot ist groß. Die Nachfrage bestimme ich jedoch mit! Wie viel schöner und entspannter ist es, nach einer ganzheitlichen Lebenslogik zu entscheiden. Hier fällt mir, welch ein Segen, immer meine Großmutter ein, mit ihrer Lebensweisheit nach zwei überstandenen Weltkriegen : “et Vuelche sing, die Zick, die kütt”. Übersetzen läßt sich das prima, wie ich finde, auch mit dem obigen Laotse Spruch. So, wie dir das Vögelchen singt, zeigt die ganze Natur dir immer wieder, dass alles seine Zeit hat. Alles wird vergehen, auch die negativen Gefühle. Nicht mehr hetzen lassen, keine Angst weiterentwickeln, sich selbst beruhigen, in dem Wissen, dass alles beizeiten wieder auf den Boden zurück kommt und sich manche Probleme als Seifenblasen entpuppen und wieder auflösen. Erkennen, Du bist in alldem nicht allein, sondern geborgen in einem größeren Ganzen. Meditieren und Denken hilft immer. Neue Fragen stellen, um neue Antworten zu bekommen, für ein gutes Handeln mit Herz und Verstand, das ohnehin dein wesentliches Anliegen als Mensch ist. In diesem Sinne ist es manchmal besser, gerade wenn Angst aufkommt, über die angebotenen Dinge nochmal zu schlafen. Möglicherweise haben sich schon morgen neue Informationen eingestellt, so dass ich wieder gut zentriert aus der eigenen Mitte heraus agieren kann. Beherzt, eigenverantwortlich, mit Begeisterung - lebendig.      

Liebe Grüße aus Alt Hürth, Manuela Dillenburg-Lux

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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