Archiv der Kategorie ‘KÜNSTLERRESIDENZ‘

►Von Ginkgo Bäumen und Elefanten

Sonntag, den 22. Dezember 2013

Was immer als kraftspendend und lebensverlängernd verehrt wird, ist es dann auch. Wirklich ist, was wirkt. Gelobt sei, was stark macht.

Mein Vater schätzt den Ginkgo Baum hoch, wegen seiner Form und Struktur und vor allem der Gestalt und Beschaffenheit seiner Blätter. In China wird der Ginkgo Baum als kraftspendend und lebensverlängernd geehrt. Unter dem Tempelbaum werden die Wünsche erbeten. In vielen japanischen und chinesischen Mythen und Geschichten spiegelt sich die Kraft des menschlichen Glaubens, der unter dem Ginkgo Baum entfaltet wird, wieder. In dieser Weise funktioniert der Ginkgo Baum. Und die Erkenntnis dieser Tatsache wird seit tausenden von Jahren in der ostasiatischen Tradition bewusst von Generation zu Generation weitervermittelt. Der Ginkgo steht in Japan unter Naturschutz und ist geheiligt. Diese enorm großen Bäume, die die Ortschaften mitunter überragen, sind im allerbesten Sinne beeindruckend und wirken als ansteckende Heilsamkeit. Dass es Bäume mit einem Alter von 1000 bis 2000 Jahren gibt, unterstützt die Wirkkraft auf uns Menschen - wenn wir uns denn von der Natur inspirieren lassen wollen. Eine der Lieblingsfloskeln meines Vaters ist übrigens: „man muss dran glauben“. Vor dem Hintergrund der heutigen Situation kann ich diese Floskel ganz anders verstehen. Früher interpretierte ich solche Redewendungen meines Vaters als Zynismus oder Ironie. Heute finde ich das Wahre darin. Ersetze ich das Wort „glauben“, was in unserer Sprachkultur mittlerweile den Stellenwert von „Dummheit“ hat, einmal durch das Wort „mutmaßen“, was weitaus weniger besetzt ist. Meine Erfahrung ist, dass so manches tatsächlich eben dann für mich im besten Sinne funktioniert, wenn ich daran glaube. Und Kraft in mir, in Verbindung mit der Natur, das ist etwas, woran ich leicht mutmaßen und zugleich seine Funktionalität gut prüfen kann. Das wirkt dann sehr inspirierend auf mich und genau das will ich erreichen - Inspiration!

Mich persönlich inspirieren und beflügeln besonders die zweigeteilte Form des Blattes, was die Ying -Yang Komposition eines jeden lebendigen Organismus repräsentiert und diese lederartige Beschaffenheit. Wenn man die Augen schließt, während man mit den Fingern ein solches  Blatt erkundet, ist das sofort faszinierend.

Wussten Sie, dass der Tempelbaum  in Hiroshima bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging, aber im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte?

Das haben Sie nicht gewusst, oder?

Das ist ein Teil meiner persönlichen Gedanken zum Ginkgo Baum, wie ich sie mir am heutigen vierten Advent 2013 so mache. Víelleicht reise ich eines Tages mal dorthin, wo so ein Baumriese steht und sammle dort weitere Inspirationen. Wer weiss? Áber bis dahin lasse ich mich hier vor Ort von meinen Mitmenschen, deren Sammelsorien, deren Kunst und der mich umgebenden Natur begeistern.

Dass Goethe den Ginkgobaum für sich fand, ..finde ich auch interessant…

Das hier folgende Gedicht ist 1815 von Johann Wolfgang von Goethe verfasst:

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin ?

Interessant. Was mag er sich dabei gedacht haben?

 

Ich wünsche allen einen schönen vierten Advent 2013, Ihre Manuela Dillenburg-Lux

►Zentangle, eine meditative Kunst.

Mittwoch, den 3. Juli 2013

wundervolles Innenleben….

Kenne ich. Wo und wann immer ich einen Stift in der Hand halte, die Linke bei mir, entsteht in jeder noch so kleinen freie Fläche - ein Irgendwieetwas

-im Verlauf von Schulstunden, Sitzungen, Telefonaten, Lesen von Fachbüchern, Tagebuchschreiben,  langen Abhandlungen, im Lauten, Anstrengenden, Wertenden, Nervigen, Ach-so-Bedeutenden, Vordergründigen, Oberflächlichen,  woraus  ich mich selbst glücklich entführe - aus den Kaskaden, sich wiederholender Vordergründigkeiten, Wichtigkeiten, Exaltiertheiten, all der Exzentrik des Alltags, mich zufrieden zurückziehe, meine Konzentration auf das Geschehen immer diffuser wird und ich zugleich in mein Luftschloss umziehe, dann ganz klein zu malen beginne, klitzekleiner erster Punkt . und viele, viele Punkte, Striche, Kringel und Muster und Figuren sich entfalten, Geschichten  entstehen und vergehen, wie ein Kaleidoskop auf Papier… Wenn so eine wundervolle Lebendigkeit aus dem Stift strömt, dann…

ist dies eine feine Sache, spontan Stille und Ruhe zu finden.

Demnächst mehr….

►Gefährliche Ideen

Sonntag, den 10. März 2013

Alf Rehns provokatives Manifest über einen kreativen Umgang mit Kreativität handelt von der Macht des ungehemmten Denkens…

Grossartig - nicht artig!

ISBN: 978-3-593-39575-3

►Künstlerweg

Freitag, den 2. November 2012

MAN MUSS DIE WAHRHEIT IMMER KENNEN

UND MANCHMAL SAGEN

(Khalil Gibran, libanesischer Dichter und Maler 1883 -1931)

►Improvisation

Dienstag, den 31. Januar 2012

In der Künstlerresidenz entstand neulich ein Gespräch mit einer Sängerin:

Ihr Thema war die mehr oder weniger vorhandene Fähigkeit zur Improvisation in der musikalischen Darbietung.

Sie hatte verschiedene Gitarristen erlebt, die bei allseits vorhandener Virtuosität, große Unterschiede  aufwiesen, in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Improvisation.

In unserem Gespräch entstanden interessante Gedanken…

Improvisation, als die Lust verstanden, das musikalische Leitthema auch einmal zu verlassen, 

damit dann das Auditorium zu irritieren, Gewohntes zu zerstören -

Und aus sozialpsychologischer Sicht, hat diese Fähigkeit zur Improvisation dann viel mit dem

Mut des Loslassens und mit dem Vertrauen zu tun, dass die Kommunikation mit dem Auditorium funktioniert und man sozusagen

gemeinsam am Ende zum Thema zurückkehren kann.

Aus der Sicht einer Malerin meine ich im Rahmen einer musikalischen Darbietung, dies bei den Musikern gut beobachten zu können, was ich in eigener Sache, beim Malen und Gestalten empfinde.

Dass es etwas gibt, das uns mit dem Publikum “trotzdem” verbindet, bei allem, was uns in der sinnlichen Wahrnehmung auch entzweit. Wunderbar.

Vergleichbares passiert mir überall in der Kunst.

Vertrauen, absichtslose Selbstbeobachtung, aktive, innere Haltung der Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, das ist meine persönliche Erfahrung, lassen die Quelle sprudeln.

Ein sehr interessantes Thema:

Lust und Freude an der Improvisation…?