Archiv der Kategorie ‘MACHT SCHULE‘

►PPPartizipation

Donnerstag, den 14. Juli 2016

Mangelnde emotionale und soziale Kompetenz ist ein Problem für das Miteinander und eine schwierige Arbeitsaufgabe für alle, die sich ihrer mitmenschlichen Verantwortung bewusst sind.

Nicht nur Kindern fehlt da und dort die  Fähigkeit, Signale  so zu setzen, dass sie im Verständnis der Anderen gedeutet werden können.

Wo ist der fruchtbare Boden, sich mitzuteilen? Wo werden ihre Bedürfnisse und Anliegen von den Anderen wertschätzend wahrgenommen?

Wie bei einem Rennwagen, dessen Reifen durchdrehen, wenn er aufgebockt ist…dieses treffende Bild brachte neulich jemand in einer Sitzung…braucht gute Kommunikation einen fruchtbaren Untergrund….sonst drehen die Räder durch - laufen alle Versuche jedem konstruktiven Gespräch zuwider, wirken unwillkürlich zerstörerisch.

Eine vertrauensstiftende Atmosphäre, die das Verantwortungsbewusstsein der Menschen in den Blick bringt und fördert, kann ein solcher fruchtbarer Boden sein.

Friedensstiftend sind solche erwachsenen Menschen, die in schwieriger Lage wieder bereit sind, zwischen den Zeilen zu lesen. Solche, die immer noch gegenwärtig und bereit sind, das ganze Miteinander wahrzunehmen. Menschen, die willens sind, aufrichtig dafür zu stehen, das wahrzunehmen und zu kommunizieren, was bei aller Unterschiedlichkeit der Personen,  alle miteinander verbindet - unsere Unvollkommenheit, unsere Unsicherheit und unsere Hingabe.

Für manchen bedeutet das “Runter vom Sockel”, um bei diesem Bild zu bleiben, erst einmal einzusehen,  es gibt kein Richtig und kein Falsch, die Erkenntnis, dass jeder seine Sicht der Wirklichkeit konstruiert und jeder dabei in jeder Situation sein Bestes gibt.

Hilfreich ist,  Vertrauen in die Gemeinschaft zu stiften und auf dem aufzubauen, was  besonders hier und jetzt im Miteinander funktioniert, weg von der üblichen Kritik am Verhalten einzelner.

Konsens bedeutet nicht, dass eine  Einigung durch emotionale Erpressung oder Nötigung erzielt wird. Konsens wird miteinander gefunden. Jeder wird mitgenommen, auf dem Weg. Über die Förderung von Einsichten und Ansichten und Umsichten ist Konsens das Abbild von Potentialentfaltung einer Gemeinschaft wertvoller Menschen. Konsens ist die  lebendige  Wahrnehmung und Kommunikation der Gemeinsamkeit bei allen Unterschieden und Dissonanzen. Wir sind uns einig, das wir uns uneinig sind. Und für die Sache finden wir einen Konsens.

Die gemeinsame Sache wird zum Gegenstand der Verhandlung.

Es gibt auch zunehmend mehr Erwachsene, die unfähig sind, sich in einer Form mitzuteilen, die dann im Verständnis der Anderen andocken kann und so nachvollzogen werden kann, dass dieser gute Austausch und gute Kontakt miteinander so funktioniert, dass alle gewinnen. Das ist Verhaltensoriginalität und immer auch menschliche Genialität,. Denn es sind kreative Notlösungen. Wertschätzung braucht vor allem mehr Zeit und Raum für das Leben  und damit für das Sich-Selbst und Einander Er-leben.

Wer noch einigermaßen sensibel ist, dem geht auf, dass wir in einer vollkommen überdrehten Welt leben.  Einer Lebensumwelt, die immer schneller und noch lebensfeindlicher zu werden scheint. Damit wird es für diejenigen unter uns, die sich noch fühlen können, allmählich zu eng. 

Und Kinder bringen hier noch die ursprüngliche Kompetenz der Selbstbezogenheit mit, um zu bemerken, dass uns in unserer Umgebung bei allem, was sonst so an Unsinnigem vorhanden ist, etwas Lebenswichtiges fehlt.

Dieses Außenseitertum der Verhaltensauffälligen ist  also unfreiwillig. Es wird befördert, durch ihre die fehlende Fähigkeit, dem Tempo und den vertrauten Formen der Anderen in einer ansprechenden Weise zu begegnen und in einer Form beim Gesprächspartner auf sein derzeitiges Interesse zu treffen.

 Wer ist hier daneben?

Das Spektrum von allzu schüchternem, zögerlichem Verhalten, bis hin zu übermäßig forderndem, wütendem und zu schnell vorpreschendem Verhalten, ist sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen zu beobachten.

Jetzt kommt die politische Bildung ins Spiel : Partizipation jetzt, als Wiege der Demokratie, schon in Krippe und im Kindergarten fördern. Ja, unbedingt!

Aber STOP! Erst einmal langsamer machen!

Wie entsteht die Fähigkeit zur Anteilnahme? Was begünstigt eine Fähigkeit zur aktiven Beteiligung? Wie kann die Mitwirkung, das Beteiligt -Sein, einem Menschen bewusst werden? Wie kann miteinander und von allen gelernt werden, aktiv wahrzunehmen?

Darum geht es in der Begrifflichkeit der Partizipation.

Politische Bildung ist auch eine Erziehung zur Höflichkeit und des Anstandes. Aber, dem allen voraus, geht erst einmal eine bewusste Auseinandersetzung mit der Frage: wie funktioniert denn die Erziehung selbst? Was befördert die Erziehung nach heutigen Standards, denn an sozialer Ungelenkigkeit und sozialen Unfähigkeiten? Wie ist denn eine Erziehung wirklich, die in den hiesigen Institutionen immer noch auf Druck und Angst als probates Mittel setzt?

Soziale Angst fördert Verhaltensoriginalität und damit Verhaltensauffälligkeit. Und Zeitdruck und Leistungsdruck und Zielorientierung sind damit ein Teufelskreis.

Es ist längst an der Zeit einzusehen, dass, wer sachunmittelbare Demokratie fordert, mal innehalten und sich mal an der eigenen Nase packen muss:  um überhaupt erst mal selbst zu erkennen, was er mit den Repressalien, die er anbietet, im eigenen Laden anrichtet. Und jetzt sollen die Kinder, brav und ordentlich in der großen Runde sich selbst mitteilen. Bevor ihnen vorab genügend unkontrollierte Zeit und der Raum vergönnt ist, sich selbst auch in ihrer Ganzheit wahrzunehmen, ….!?!

Und heute können schon die Erwachsenen sich kaum noch aktiv in angemessener Weise einbringen. Es gibt so viele, die einen Verlust der sozialen Kompetenz zeigen, eine Verhaltensoriginalität an den Tag legen, die vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Ansprüche, dann jedoch nur als “Verhaltensauffälligkeit” und Individualproblem gedeutet wird.  Und einige von den Verhaltensoriginellen erziehen selbst Kinder. Und viele von denen, machen das sogar mit einem Beamtengehalt.

Da ist offenbar ein Notstand in unserer Gesellschaft und zwar in vielen Zusammenhängen und Kontexten. Ein Notstand, den nur wenige verstehbar kommunizieren können. Es braucht eben auch einen fruchtbaren Boden.

Du kannst nur das gut kommunizieren, was Du gut wahrgenommen hast. Und dazu brauchst du Zeit und Raum. Bist Du zu nah dran, ist nicht gut. Bist Du zu weit weg, ist nicht gut. Präsenz ist wichtig. Aktive Teilnahme braucht auch einen großen Teil Gelassenheit und vor allem Feingefühl und Mitgefühl. Dem Anderen auch seine Wertvorstellung lassen, vom eigenen “Richtig und Falsch” für den Moment des Miteinanders ablassen.

Mut und Vertrauen in sich selbst, in die Gemeinschaft, in die Welt setzen und damit eine ansteckende Gesundheit befördern. Jetzt.

Mögen wir dafür allzeit fruchtbaren Boden finden.

►Inklusion

Sonntag, den 27. Dezember 2015

„Menschen können sehr verschieden sein, aber ihre Träume sind es nicht.“ (Jens Peter Jacobsen, dän. Schriftsteller)

Inklusion ist…

…wenn alle mitmachen dürfen

…wenn keiner mehr draußen bleiben muss

…wenn Unterschiedlichkeit zum Ziel führt

…wenn nebeneinander zum Miteinander führt

…wenn Ausnahmen zur Regel werden

…wenn anders ganz normal wird.

 

►Höflichkeit

Samstag, den 3. Oktober 2015

Da lob ich mir die Höflichkeit, das zierliche Betrügen. Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid und allen macht´s Vergnügen.

(Wilhelm Busch)

Wie sich immer wieder zeigt, liegt allem Anfang ein Zauber inne. Für eine Kultur der Höflichkeit im Unternehmen ist offenbar noch einiges zu tun. Doch, auch wenn das manchmal noch nicht so deutlich zu sehen ist, weil das Unhöfliche so laut und so schockierend ist:  Vielerorts ist heute schon ein guter Anfang gemacht.

Es wäre wichtig, für unser aller gesundes Leben, wenn das nicht nur zunehmend mehr Menschen interessieren würde, sondern wenn diese auch Ihre Kraft entsprechend nutzen würden und sich Unternehmungen anschließen, die sich wieder mehr in den Dienst eines für alle lebenswerten Lebens stellten. Hier ist heute ein Wiederaufbau zu leisten. Nicht die Gebäude liegen in Trümmern, sondern die höfliche Umgangskultur.

Höflichkeit macht Schule. Das wäre mal was.

Es gibt sie, die Menschen und die Organisationen und die Unternehmen, die in der Weise profitorientiert sind, dass Sie in allem Tun und Schaffen eine Kultur des freundlichen Umganges miteinander pflegen. Im Kleinen, wie im Großen - in der Tat.

Mit dem Vergnügen, eine ebenso anstrengende, wie gute Arbeitswoche hinter mir zu haben, wünsche ich Ihnen allen ein schönes Wochenende

►Wunder

Donnerstag, den 23. Januar 2014

Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist August noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am Liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt.

August, seine Familie und seine Freunde möchte man gern um sich haben.

R.J. Palacios Debüt von 2012 ist ein wunderbares Buch. Absolut zu empfehlen für Menschen ab 10 Jahren.

ISBN 978-3-446-24175-6

►Stimmlos Stottern Stammeln Was stimmt? Was nicht? Verhaltensoriginell im Kontext von Schule

Dienstag, den 5. November 2013

“ Sie sind  völlig unfähig, sich verständlich auszudrücken“ Zitat des Aushilfs- Deutschlehrers, Herrn H., der vielleicht auch nur wieder einen schlechten Tag hatte, als er diesmal seinen Frust an meiner Person abreagierte. Obwohl ich in den drei Jahren zuvor im Deutsch und Theaterunterricht Unterstützung, Wohlwollen und manches Mal Lob für meinen Ausdruck und gute Beurteilungen erhalten hatte, hat die eine Aussage und viele kleine schlechte Bewertungen meiner Arbeiten am Rande, eine nachhaltig tiefe Narbe hinterlassen. Seitdem habe ich oft gestammelt, gestottert, weglaufen, mich schützen und ich weiß doch, ich kann vor mir selbst nicht fliehen – seitdem habe ich oft gestottert. Manchmal begleitet mich diese Aussage des Deutschlehrers, Herrn H. immer noch. Und auch die gute Erfahrung des liebevollen Deutsch und Theaterlehrers und wirklichen Menschen Herrn W. ist immer noch da. Und daran orientiere ich mich jetzt bevorzugt, da ich erkannt habe, dass ich an den vielen Übungen, die mein Leben mir bereithielt, gewachsen und gereift bin. Ich löse mich jetzt allmählich von alten Glaubenssätzen über mich selbst, die mir zugefügt wurden, wenn ich mich sprachlich ausdrückte. Die Kraft meiner Sprache ist ungebrochen und das Wissen, dass ich mich ausdrücken kann, ist inzwischen nach viel Training in mir tief verankert. Und die Zuversicht, dass es jeden Tag und mit jeder Übung besser wird, begleitet mich. Ich erprobe mich vor vielen neuen Hintergründen und werte alle meine Erfahrungen mit meinem ersten Zeugen, mir selbst, gut aus. Und dann sage ich zu mir: „ das war schon gut, für das erste Mal in diesem Zusammenhang. Demnächst kannst du das eine oder andere noch verändern und verbessern und es durch dies oder jenes ersetzen und dies und das dafür auslassen.“ Aber niemals beschimpfe und verunglimpfe ich mein Tun. Denn ich weiß als mein erster Zeuge: ich bin wohlwollend unterwegs und gebe stets mein Bestes. Ich bin ein Mensch unter Menschen. Alles ist in bester Ordnung und ich gehe weiter meinen Weg, so gut ich es zum jetztigen Zeitpunkt kann. Darauf kommt es an. Wer immer mit sich selbst “ich sollte, ich müsste spricht, macht sich Druck, fordert sich. Lernen funktioniert in der Regel jedoch viel besser, wenn ich in einer friedvollen, liebevollen Umgebung bin, in der Menschen sind, die mir etwas zutrauen und wissen, dass ich es eines Tages besser können werde, weil sie anerkennen, dass ich willens und fähig bin, wie jeder Mensch dankenswerterweise mit eigenen Talenten und Begabungen gesegnet bin und Neugierig bin und das Leben, den ewigen Lernprozess bejahe, sonst wäre ich nicht auf dieser Welt. Ich kann mir als erwachsener Mensch diese Wertschätzung selbst entgegenbringen. Selbstakzeptanz kann der Anfang alles Guten in meinem Leben sein, für das ich jedtzt den Boden bereite. Ich kann mich von alten Glaubenssätzen über mich jetzt verabschieden.Danke, ich brauche euch nicht mehr. Und Ich danke allen guten Vorbildern, die zeigen, dass wir es schaffen können, uns aus negativen Glaubensfesseln sich zu befreien. Und ich bin sicher und zuversichtlich in all dem Guten des Lebens geborgen zu sein. Mir gefällt der Gedanke von Robert Betz, dass es auch Arsch-Engel gibt. Damit bezeichnet er solche Wegbegleiter, die das weniger Gute in uns anstoßen und uns damit letztlich auch herausfordern, auf uns selbst zu achten. Die Weiterentwicklungen erfolgen aus eigener Kraft. Inspirationen kommen von überall. Danke dafür.“

 

►Berg Fidel - Modellschule in Münster

Freitag, den 21. September 2012

Zusammen lernen sie - ganz gleich, woher sie kommen, welcher Kultur sie sich zugehörig fühlen oder welche Beeinträchtigungen sie täglich begleiten.  Die Grundschule “Berg Fidel” in Münster ist eine Modellschule, in der sich alle gegenseitig helfen und die Schwächen des Einzelnen als Chance für die Gemeinschaft und das Lebenlernen miteinander genutzt werden. Seit September 2012 läuft eine Filmdokumentation über diese Schule in vielen Kinos. Absolut sehenswert.

“Wenn Kinder nicht von klein auf lernen, dass die Menschen verschieden sind, wann dann?”

►Lisette und ihre Kinder

Montag, den 12. Dezember 2011

Im “Kleinen Kindergarten” hat Lisette den klaren Blick für das Gute, das
in allen Menschen ist.

Filmemacherin Sigrid Klausmann macht mit ihrem Film,
über diese wundervolle Pädagogin in ihrem letzten Kindergartenjahr, auch genau
das:

Sie öffnet unseren den Blick für das, was wir Kindern mit auf den Weg
geben müssen und auf welche Weise diese kleinen Menschen sinnvolle Begleitung
und Hilfe erfahren.
Lisette ist eine reife Meisterin der achtsamen Selbstwahrnehmung. Entsprechend gelingen
ihr der gute Austausch und der gute Kontakt mit Kindern, Eltern und mit uns.

Alles, was sie tut, tut sie sehr bewusst und wohl reflektiert. Sie ist fähig, ihre Wahrnehmungen von ihren Bewertungen zu unterscheiden. Sie lässt sich und anderen Zeit.
Auf diese Weise wohl geordnet, fließt ihre Herzens-Bildung mit einer Mischung aus Liebe, Geduld und Heiterkeit. Damit schafft sie wundervolle Räume für die Lernlust und den Eigensinn der kleinen und großen Menschen.
Was ist Präsenz? Wie wirkt sie?

erleben Sie es mit diesem Film - lassen Sie ihn auf sich wirken -
spüren Sie nach  - so, wie man eine Trüffelpraline in aller Stille genießt -
…mögen sich alle, die sich für das hiesige Bildungssystem verantwortlich fühlen, hiervon eine Kostprobe genehmigen…
und Freude kommt auf…

Lisette und ihre Kinder, ISBN: 978-3-407-56522-8

►Kinder lernen ihr Leben

Sonntag, den 5. Juni 2011

Ein Kind ständig benörgelt -
es lernt andere zu verachten.

Ein Kind ständig der Böswilligkeit
verdächtigt -

es lernt gegen andere zu kämpfen.

Ein Kind ständig lächerlich
gemacht -

es lernt sich nichts zuzutrauen.

Ein Kind ständig in seinen
Gefühlen beschämt -

es lernt sich schuldig zu fühlen.

Ein Kind auch mit seinen Unarten
ertragen -

es lernt geduldig zu sein.

Ein Kind ermutigt zum Wagnis -

es lernt vertrauen.

Ein Kind fair als Partner
behandelt -

es lernt gerecht zu sein.

Ein Kind beschützt in der
Verlässlichkeit seiner Welt -

es lernt den Glauben an das Gute.

Ein Kind angenommen in Anerkennung
-

es lernt sich für wertvoll zu halten.

Ein Kind geborgen in
Freundlichkeit und Zuneigung -

es lernt die Liebe in der Welt zu entdecken.

Verfasser unbekannt

Ein heiterer Mensch ist kein alberner Mensch

Donnerstag, den 25. November 2010

Wie macht Heiterkeit Schule?

 

Heiter sein, Spaß verstehen – eine Kompetenz „dem Ernst des Lebens“ in angemessener Distanz zu begegnen. Die meisten der jüngeren Schüler können das noch. Über sich selbst und jede Kleinigkeit kichern…

 

Wie hört die Heiterkeit auf? Wie kommt es, dass aus dem natürlich entspannten Zustand kindlich heiterer Gelassenheit Spannungszustände wie Spott, Hohn und Sarkasmus werden?

 

Was ist los, mit Menschen, die „keinen Spaß verstehen“, nicht nachvollziehen können, worüber andere Menschen schmunzeln – Möglichkeiten und Freiheiten, das Leben lustvoll zu genießen, nicht wahrnehmen.

 

Was ist los im Klassenzimmer?

Was braucht ein Lehrer, damit er von der Marotte lassen kann, ein „Ernst des Lebens_Szenario“ zu seiner eigenen Daseinsberechtigung aufzubauen?

 

Wer Schüler liebt, hilft ihren Lehrern! – Meine Meinung.

 

Gelöst, heiter, angstfrei – sind wir Menschen neugierig, forschen, finden und erfinden, stellen die Sache auf den Kopf, gehen den Angelegenheiten auf den Grund und stellen die Dinge in einen anderes Licht, drehen und wenden die Elemente mutig, fröhlich, fragend…

 

Kinderdenken löst Probleme. Dichter, Denker und Erfinder zu fördern, das wäre ein wundervoller Auftrag für Schule.

 

Dass “Schule an sich” dabei eine heitere Sache werden muss, ist nicht nötig, aus meiner Sicht. Uns regte der Standpunkt des Lehrers an, trotzig zu werden, wenn er uns beim Träumen erwischte. Sein legendärer Satz „Phantasie gehört nicht in den Unterricht“ bürstet mich heute noch auf.

 

Allerdings ist Heiterkeit in der Lernatmosphäre wirklich sehr viel günstiger für alle Beteiligten, weil die Effektivität des Lernens direkt mit der Frage korreliert, ob ein Schüler mit oder ohne Angst lernt.

 

Wie kann ich die Kosten des Lernens in Bezug zu den Erwartungen des Lernerfolges reduzieren?

Wie wird der Nutzen des Lernens größer?

 

Wie kann ich die Kosten des Lehrens in Bezug zu den Erwartungen des Lernerfolges der Schüler reduzieren?

Wie wird der Nutzen des Lehrens größer?

 

Für die Rückkehr des Lächelns

Dienstag, den 23. November 2010

an meinen Arbeitsplatz? Da muss ich nicht lange überlegen - Bücher. Ich liebe Bücher.

Neulich stolperte ich im Antiquariat über die Briefe, die der Earl of Chesterfield an seinen Sohn geschrieben hat. Der Titel des Buches hat es mir angetan ” Über die anstrengende Kunst ein Gentleman zu werden…”

Keine Ahnung, was mich an dem Tag wohl geritten hat - weh´dem, der Böses dabei denkt! Vermutlich ist es mir an dem Tag selbst auch schwierig gewesen gentile zu sein:-)

Edle Freundlichkeit und beschwingte Fröhlichkeit sind an manchen Tagen eben wirklich ein anstrengendes Kunsthandwerk.

Jedenfalls fand ich ein wundervolles Zitat, das mich bewogen hat, dieses Buch zu kaufen:

“Wenn im Herzen keine Bosheit ist, so sind immer Heiterkeit und Leichtigkeit in Miene und Manieren.” (Philip Stanhope, Earl of Chesterfield)

Recht hat er, der Earl. Und besser ist das. Ein Lob auf alle Methoden der Psychohygiene.

Ich schiebe mal gleich ein weiteres Zitat aus ebendiesen Briefen des Earls hinterher:

“Deine Aufmerksamkeit sollte so beweglich sein, dass du sie augenblicklich auf ganz unterschiedliche Gegenstände und Personen richten kannst, die dir begegnen.”

und das:

“Urteilskraft ist nicht bei jeder Gelegenheit erforderlich, Takt aber immer.”

Und da ist sie wieder, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen. Sie kommt mit der Einsicht, dass ich nicht das Mass aller Dinge bin. Manchmal ist ein eleganter Rückzug die beste Strategie.

Ich wünsche Ihnen allzeit heitere Gelassenheit.