Archiv der Kategorie ‘NOTFALLKOFFER‘

Wer andere Antworten bekommen möchte, muss andere Fragen stellen (Albert Einstein)

Samstag, den 10. Oktober 2009

Mit anderen Fragen, die wir uns stellen, kommen wir auch auf andere Gedanken. Da unsere schweren Gefühle aus negativen Gedanken resultieren, macht es Sinn, statt dessen positive Selbstgespräche zu führen und damit leichtere Gefühle bewirken. Wie kann ich für Gutes den Blick öffnen? Mit anderen Fragen, die wir uns stellen, kommen wir auch auf andere Gedanken.

Wir bestimmen die Richtung unseres Denkens mit den Fragen, die wir uns stellen und das zieht Gefühle nach sich, die sich in uns ausbreiten.

Versuchen Sie es doch gleich jetzt einmal hier, indem Sie auf jede Frage mindestens 3 Antworten für sich finden. Sie werden merken, dass sich Ihre Gefühle ändern, wenn Sie sich mit diesen Fragen befassen. Sie können diese Fragen in Zukunft als eine Art “Notfallmedizin” verwenden. Wenn Ihnen alles grau in grau erscheint, malen Sie sich damit Ihre Gedankenwelt bunt und schillernd, wenn sie wollen…, natürlich!

Fragen, deren Antworten schmetterlingsleichte Stimmung machen:

Worüber bin ich im Moment glücklich? Worüber könnte ich mich freuen und glücklich sein, wenn nur ich es wollte?
Worauf könnte ich stolz sein, wenn ich es wollte? Wofür könnte ich dankbar sein, wenn ich es wollte?
Wen würde ich liebend gern bei mir haben? Wen würde ich gern lieben? Was begeistert mich? Was rührt mich zu Trainen der Freude? Wofür könnte ich mich von Herzen begeistern?
Welches sind meine schönsten Erinnerungen?
Was möchte ich unbedingt noch einmal erleben? Was würde ich liebend gerne einmal machen? Wann war ich einmal besonders mutig? Wann habe ich einmal herzlich über mich gelacht? Wie müßte der Mensch sein, mit dem ich am allerliebsten einmal über mich und meine lustigen Einfälle lachen würde?
Wo fühle ich mich besonders wohl?

Wie müßte es sein, wenn ich es mir so richtig gemütlich in meinem Leben vorstelle?

Fragen, deren Antworten eine Partnerschaft oder Beziehung belustigen können:

Was schätze und bewundere ich an meinem Partner ganz besonders?
Was kann ich meinem Partner Gutes tun?
Womit könnte ich meinem Partner eine Freude machen?
Wie könnte ich ein noch besserer Partner sein?

Fragen, die Wege zu Trost und Hilfe in Problemsituationen weisen:

Was kann ich daraus für die Zukunft lernen?

Was kann ich jetzt schon tun, um meine Situation zu verbessern?
Wer könnte mir bei der Lösung jetzt als erstes helfen?
Was ist gut an diesem Problem?

Wie kann eines Tages aus meinen Problemen heute - mein Glück von morgen werden?

Ändere deine Fragen und du änderst dein Leben

Denken Sie daran:
Worauf wir uns gedanklich konzentrieren,
bestimmt wie wir uns fühlen.
Wir haben es in der Hand,
womit wir uns in Gedanken beschäftigen und damit
haben wir es auch in der Hand, wie wir uns fühlen.

Probier´s mal anders info@aktivlernen.de

Achtsamkeit, Wohlbefinden, Zenpraxis

Donnerstag, den 12. Februar 2009

 Zu den gebräuchlichen Methoden der Zen-Praxis gehören Zazen (Sitzmeditation), Kinhin (Gehmeditation), Rezitation (Textlesungen), Samu (konzentriertes Tätigsein) und das Arbeiten mit Koans. Besonders intensiv werden diese Methoden während mehrtägiger Übungsperioden oder Klausuren (Sesshin bzw. Retreat) geübt. Der Zen-Schüler muss zumindest das Zazen in sein alltägliches Leben integrieren, denn Zen ist seinem Wesen nach immer nur Praxis.

In dieser Tradition der Zen Praxis wurde Ende der Siebziger Jahre in Massachussetts die “Stress Reduction Clinic” gegründet. Jon Kabat Zinn verknüpfte unterschiedliche Techniken aus der Zen-Tradition miteinander zu einem Gesamtkonzept von Übungen, das er MBSR taufte, „Mindfulness Based Stress Reduction”. Ursprünglich wurden dort Menschen, die unter chronischen körperlichen Erkrankungen litten, mit den unterschiedlichen Übungen der Achtsamkeitsmeditation vertraut gemacht, zur Verbesserung des Wohlbefindens, in dieser schwer belastenden Situation.

 

Auch zur Vorbeugung von stressbedingten Erkrankungen und Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Lebensführung, werden diese Meditationen heute eingesetzt, im stationären, wie im ambulanten Bereich. In sozialen Institutionen, in einigen menschenfreundlichen Unternehmen wird heute Achtsamkeit praktiziert und gelehrt.

Und natürlich basiert mein pädagogisches Konzept aktivlernen darauf. Zum Wohlbefinden für uns alle, hoffe ich auf die zunehmende Verbreitung dieser Praxis. Vor allem für Schulen und andere pädagogischen Institutionen, wünsche ich mir dies und arbeite daran.

Ich finde, Einrichtungen, denen lernwillige Menschen anvertraut sind, müssen immerzu liebevoll und klar das Bewußtsein für den Lebensfluss, die Lernlust und den Eigensinn im Inneren eines jeden Menschen in der Gemeinschaft fördern.

Nachdem ich selbst, Dank meiner Mutter, mit Yoga und autogenem Training aufgewachsen bin, fand in mir schon früh eine aktive Auseinandersetzung mit diesen Techniken statt. Manches gefiel mir damals gut. Anderes erlebte ich als Kind eher befremdlich.

Viel darüber zu erfahren und mit meiner Mutter, deren Offenheit und Liebe mich begleitet hat, über Ansichten dazu, zu streiten, war toll. Für mich, als Jugendliche, die ich auch viel allein war, waren Achtsamkeitsmeditationen ein natürlicher Bestandteil meines Alltags.

Mir gefiel es immer schon, Schülerin zu sein. Mir gefällt es auch heute noch, zu sagen: “Ich lerne noch und ich übe gern und ich erfahre gern Neues” Allerdings, diejenigen, die sich als meine “Lehrer” bezeichneten, mochte ich meistens nicht - auch heute immer noch nicht. Im Zen fand ich dann die Idee besser, dass es nur einen Inneren Lehrer gibt. Bei mir ist es eine Innere Lehrerin :-) Und genau der wollte ich folgen.

Es gelang, bis zu dem Punkt, an dem ich als junge Mutter mit Beruf im Deutschland der 90ger Jahre feststellte, dass mir die Praxis der Achtsamkeit immer mehr abhanden kam. In der guten alten Tradition der Frauen in meiner Familie, begann ich mich, mit einem Zuvielzurgleichenzeit und einem dauerhaft “schlechten” Gewissen, gnadenlos zu verzetteln. In meiner flüchtigen Selbstwahrnehmung sah ich die Gefahr, mich Selbst zu verlieren. Was natürlich niemals passieren kann. Es schien mir jedoch wirklich so zu sein. Hier und da stolperte ich,…wurde wieder achtsamer, für das Hier und Jetzt…

Die erste Achtsamkeitsmeditation nach meinem dreijährigen Kinder-Haus-Berufs-Ehe-Chaos lautete:

Wo stehe ich gerade?

3 Minuten - - - Stille - - -  Atmen - - - 

Und meine innere Lehrerin antwortete mir: “Du stehst gerade mit einem Kind auf dem Arm, dem anderen Kind an der Hand, in der Haustür. Vor Dir liegt ein Gehweg, der führt Dich links zum Friedhof, rechts zum Auto …”

Ich habe mich ins Auto gesetzt, bin nach Köln gefahren, habe meinem lieben Hanns die Kinder in die Hand gedrückt und habe zwei der Therapiestunden genommen, die, Glückes Geschick, zu meiner Ausbildung in psychoanalytisch-systemischer Beratung und Therapie gehörten….

Zeit für mich. Wunderbar! Zeit zum Üben des achtsamen Umganges mit meinem Leben. Danke. Meine Dankbarkeit kehrte wieder und ich fand mich inmitten der Liebe, dem Leben geborgen. Schritt für Schritt holte ich mir die Achtsamkeit in mein Alltagsleben zurück.

Vor vier Jahren habe ich mir eine eindrucksvolle Fortbildungsveranstaltung von Jon Kabat Zinn im Klinikum Essen gegönnt. Diese zeigte sehr anschaulich, dass auch Herr Kabat Zinn dieses Konzept selbst lebt.

Und so konnte mit ihm das Lernen durch Beobachtung und eigentätige Aneignung gut stattfinden. Wer, wie ich, an der regelmäßigen Praxis von Achtsamkeitsmeditationen interessiert ist und noch keinen passenden Yogakurs gefunden hat, der ohne “Klimbim” und “Spökes” auskommt, ..dem sei, zum regelmäßigen Üben, ein kleines Buch über die Achtsamkeitsmeditationen mit CD, von Jon Kabat Zinn, gut und gerne von mir empfohlen, da diese von einer angenehmen Frauenstimme anleitet wird.

Jon Kabat Zinn und Ulrike Kesper-Grossmann, Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit, Buch und CD,

ISBN:3-924195-57-9

Als Kind hat mich nämlich beim autogenen Training vor allem die Stimme von Frau Doktor Gisela Eberlein: “Wir sind rrrrrrrr…uhigkkk…und gelassennnnn….”, Pardon, sehr beunruhigt, um nicht zu sagen “aufgeregt!” :-)

Ich hoffe, ich habe Sie angeregt:-) und wünsche Ihnen allen einen wundervollen Tag,

Ihre Manuela Dillenburg-Lux 

Achtsamkeit

Sonntag, den 1. Februar 2009

Achtsamkeit ist eine Haltung, sich dem Hier und Jetzt ganz zuzuwenden.

Frei von Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplanungen zulassen, was wir gerade fühlen, denken und tun.

Aufmerksam die Kraft des Jetzt wahrnehmen, im Fluss des Lebens ganz da sein, den gegenwärtigen Augenblick erleben, ohne ihn zu bewerten.

Sich dessen gewahr sein, was gerade ist - unabhängig davon, ob die Situation angenehm oder unangenehm ist.

Achtsamkeit im gegenwärtigen, lebendigen Augenblick bewirkt ein tieferes Verständnis von uns selbst und unseren gewohnheitsmäßigen Reaktionsweisen. 

Es eröffnet uns einen Weg zur Balance zwischen Sein und Tun.

Mehr Entspannung, Gelassenheit und Konzentration sind Begleiterscheinungen, die sich förderlich auf die Gesundheit und Lebensqualität auswirken.

An die Engel meiner erwachsenen Kinder

Mittwoch, den 26. November 2008

Ich spreche mit den Engeln meiner erwachsenen Kinder:

Begleitet ihr sie immer noch?

Tragt ihr ihre Wünsche in euren Händen?

Wisst ihr etwas von ihrer kampferfüllten Einsamkeit?

Und wenn sie euch und das Leben verneinen,

wendet ihr euch ab und weint,

oder bleibt ihr bei ihnen?

Sie brauchen euch,

mehr noch als damals, als sie klein waren,

sie brauchen euch verzweifelt.

Die Jugend ist die schwerste Zeit.

Alles soll von eigener Hand geschehen,

man muss sich freikämpfen,

alles selbst durchdenken,

und von Engeln will man nichts wissen.

O Engel meiner erwachsenen Kinder!

Eine Mutter darf nicht länger eingreifen, aber ihr dürft.

Eine Mutter kann nicht länger Ratschläge geben,

aber eure Weisheit kommt von Gott.

Bleibt bei meinen erwachsenen Kindern, ihr Engel!

Helft ihnen, durch das Dickicht zu wandern

und den richtigen Weg zu finden,

ihren eigenen Weg!

Aus dem Schwedischen

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: Ich geb‘ dir einen Engel mit … Erfahrungen mit einem Symbol, Andere Zeiten e.V., 2005, http://www.anderezeiten.de/

Danke. Manuela Dillenburg- Lux

Vertrauen führt

Mittwoch, den 5. November 2008

Mein guter Freund, das wird sich alles geben, sobald du dir vertraust, weißt du zu leben. Goethe

Notfall - Schulprobleme

Montag, den 3. November 2008

Adler steigen keine Treppen

 

Der Pädagoge hatte seine Methoden aufs genauste ausgearbeitet;

er hatte - so sagte er - ganz wissenschaftlich die Treppe gebaut,

die zu den verschiedenen Etagen des Wissens führt; mit vielen

Versuchen hatte er die Höhe der Stufen ermittelt, um sie der normalen

Leistungsfähigkeit kindlicher Beine anzupassen; da und dort hatte er

einen Treppenabsatz zum Atemholen eingebaut und an einem bequemen

Geländer konnten die Anfänger sich festhalten.
Und wie er fluchte, dieser Pädagoge! Nicht etwa auf die Treppe, die ja

offensichtlich mit Klugheit ersonnen und erbaut worden war, sondern auf die Kinder, die kein Gefühl für seine Fürsorge zu haben schienen.

Er fluchte aus folgendem Grund: solange er dabei stand, um die methodische Nutzung dieser Treppe zu beobachten, wie Stufe um Stufe emporgeschritten wurde, an den Absätzen ausgeruht und sich an dem Geländer festgehalten wurde, da lief alles ganz normal ab. Aber kaum war er für einen Augenblick nicht da: sofort herrschten Chaos und Katastrophe! Nur diejenigen, die von der Schule schon genügend autoritär geprägt waren, stiegen methodisch Stufe um Stufe, sich am Geländer festhaltend, auf dem Absatz verschnaufend, weiter die Treppe hoch - wie Schäferhunde, die ihr Leben lang darauf dressiert wurden, passiv ihrem Herrn zu gehorchen, und die es aufgegeben haben, ihrem Hunderhythmus zu folgen, der durch Dickichte bricht und Pfade überschreitet.

Die Kinderhorde besann sich auf ihre Instinkte und fand ihre Bedürfnisse wieder: eines bezwang die Treppe genial auf allen Vieren; ein anderes nahm mit Schwung zwei Stufen auf einmal und ließ die Absätze aus; es gab sogar welche, die versuchten, rückwärts die Treppe hinaufzusteigen und die es darin wirklich zu einer gewissen Meisterschaft brachten.

Die meisten aber fanden - und das ist ein nicht zu fassendes Paradoxon - daß die Treppe ihnen zu wenig Abenteuer und Reize bot. Sie rasten um das Haus, kletterten die Regenrinne hoch, stiegen über die Balustraden und erreichten das Dach in einer Rekordzeit, besser und schneller als über die sogenannte methodische Treppe; einmal oben angelangt, rutschten sie das Treppengeländer runter… um den abenteuerlichen Aufstieg noch einmal zu wagen. Der Pädagoge macht Jagd auf die Personen, die sich weigern, die von ihm für normal gehaltenen Wege zu benutzen. Hat er sich wohl einmal gefragt, ob nicht zufällig seine Wissenschaft von der Treppe eine falsche Wissenschaft sein könnte, und ob es nicht schnellere und zuträglichere Wege gäbe, auf denen auch gehüpft und gesprungen werden könnte; ob es nicht, nach dem Bild Victor Hugos, eine Pädagogik für Adler geben könnte, die keine Treppen steigen, um nach oben zu kommen?

 

aus: Célestin Freinet: Die Sprüche des Mathieu (Les dits de Mathieu ), 1967
nachgedruckt in: Jochen Hering und Walter Hövel (Hrsg.). Immer noch der Zeit voraus. Kindheit,  Schule und Gesellschaft aus dem Blickwinkel der Freinet-Pädagogik. Pädagogik-Kooperative e.V. (jetzt Freinet-Kooperative e.V.), Bremen, 2. Auflage 1999.

 

Die hilflosen Helfer

Sonntag, den 2. November 2008

Über die seelische Problematik der helfenden Berufe, Wolfgang Schmidbauer

ISBN:  3 498 06123 2

Das Buch ist immer noch gut.  

Notfallkoffer

Freitag, den 31. Oktober 2008

Wunde auswaschen, Desinfektion, Pflaster drauf, stabile Lage - durchatmen - abwarten - Tee trinken. In der Zeit sich gelassen kuscheln. Wundersamerweise kommt die gute Moral von der Geschicht durch ein aufrichtiges Selbst. Finde Dein Zeichen, dass der Spuk vorbei ist. Pulli gewechselt. Hände sind gewaschen. Tränen getrocknet. Wasser spült.  Einen guten Schluck davon trinken. Lebenselexier. Trostschokolade gefällig? Oma fällt mir ein: “Zwischen Selbstmordgedanken und größter Extase liegt manchmal nur ein gutes Essen.”

Frei nach Th.Paracelsus - Finde den Funken,der das Feuer Deiner Heilkraft in Dir entzündet.

Manchmal ist es ein „Zack, Zack“.

Der größte gemeinsamste Nenner ist klar. Aber die Heilung liegt „Ganz im Gegenteil“.

Finde den kleinsten gemeinsamen Nenner!