Archiv der Kategorie ‘WUNSCHZETTEL‘

►manchmal braucht man einen Engel

Montag, den 2. Dezember 2013

“Einen sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.” Cicero

►Advent: Entschleunigung und Gelassenheit auf Kölsch

Montag, den 2. Dezember 2013

 

Bald ist Weihnachten und schon wieder stellt sich die Frage: was schenkt man Menschen die schon alles haben?

Von überall her hört man die Klage, wie wenig Zeit man doch hat bis Weihnachten.

Was liegt näher, als genau diesen Menschen Zeit zu schenken.

Also schalten wir selber einen Gang runter und legen den persönlichen Stottergang ein, um anderen Zeit und Besinnlichkeit zu schenken.

 

Wir fahren Rolltreppe

Gehen Sie mit bestimmtem Schritt auf die Rolltreppe zu (empfehlenswert sind die KVB Haltestellen Neumarkt, Wiener Platz, Hauptbahnhof, Kalker Post oder Kalker Kapelle). 

Plötzlich bremsen wir ab, halten uns mit beiden Händen am Geländer fest und beobachten die Rolltreppe und die Menschenmassen, die hinter uns ins Stocken kommen.

Am Hauptbahnhof kommen wir zusätzlich spontan in den Genuss, viele Menschen, beladen mit Koffern, Tüten und schweren Rucksäcken, neben uns auf der normalen Treppe hasten zu sehen.

 

Wir fahren KVB( K)omme V(ielleicht) B(ald)

      Wie jedes Jahr ist die KVB auf die Besuchermassen und das schlechte Wetter vorbereitet.

      Die Bahn oder der Bus kommt oder halt nicht.

Kommt sie endlich, sind wir schon drin. Wir transportieren Großes wie unseren Tannenbaum oder der Einfachheit halber einen großen leeren Karton. Wir lächeln denen, die draußen bleiben müssen, zu.

Wir fahren nicht schwarz, aber wir kramen umständlich in all unseren Taschen und Tüten nach unserem Ticket. Je nervöser der Kontrolleur und schadenfroher das Grinsen unserer Mitfahrer, desto gelassener werden wir. Kurz bevor die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, finden wir unser Fahrticket.

 

 

Wir fahren mit dem Auto

Auch hier schenken wir Ruhe und Gelassenheit. Die Ampel springt von Rot auf Grün, aber wir warten. Erst wenn unser Hintermann hupt, setzen wir uns langsam in Bewegung. An der nächsten Ampel wiederholen wir das. Empfehlenswert ist hier die Kalker Hauptstraße mit ihren vielen Ampeln. Allerdings ist es sinnvoll, aus Sicherheitsgründen alle Türen des Autos fest zu verschließen.

 

Wir gehen einkaufen

Wir warten geduldig an der Kasse des Supermarktes, bis wir dran sind, und bezahlen dann in Kleingeld. Wir zählen geduldig Cent für Cent, um dann festzustellen: es reicht nicht.

Bitte das Lächeln zur immer länger werdenden Schlange an der Kasse nicht vergessen.

Wir stecken unsere Centstücke wieder ein und wiederholen das Ganze mit anderen Münzen.

Das reicht noch nicht?

Wir warten den Morgen des 24.12. ab und gehen einkaufen.

An der Fleischtheke lassen wir uns ausführlich über die Inhaltsstoffe der Fleischwurst und der Leberwurst beraten, um dann jeweils eine dünne Scheibe zu kaufen. Dabei das Lächeln zur Schlange nicht vergessen. Dasselbe an der Käsetheke, und schon geht es weiter zur Schlange an der Kasse.

Bitte ab hier den oberen Punkt erneut beachten.

 

Liebe Iris, ich danke Dir für diese genialen Zeilen, Manu

 

 

►Dominos, Papierflieger und Pete the Pup

Dienstag, den 25. Juni 2013

  von Christina Brudereck

Ich dachte an drei Kinder,

drei Jungs.

Der eine Junge spielte Domino am Küchentisch.

Stellte die rechteckigen schwarzen Steine mit weißen Punkten aufrecht in eine Reihe,

einen neben den nächsten. Baute Reihen und Kurven vorbei an der Mühle bis nach Indien wo der Pfeffer wächst, bis zum Meer wo Salz gewonnen wird.

  

Der Zweite bastelte still für sich Papierflieger.

  

Und der kleinste Bruder spielte mit den Puppen.

Eine alte blonde  Käthe Kruse und eine schwarze mit Locken, die Zulie heißt, wie das indische Patenkind. Dazu ein alter Teddy und ein Hund mit großen Ohren der aussah wie Pete the Pup von den kleinen Strolchen mit einem geschminkten schwarzen Ring um das rechte Auge.

  

Ich wünsche unseren Kindern und uns allen,

solche Geschwister und Kinderzimmer.

Raum zum Bauen zum Fliegen zum Spielen zum Üben zwischendurch….

heiße Milch und Schokolade!

 

Und ich wünsche dem mit den Dominos und uns allen,

ein kleiner Schubs und es geht los. Was du tust wird Wirkung zeigen.

Du berührst einen Stein bis nach Indien und bis zum Salz.

Du bringst nichts mit zum Meer, doch  es verändert Dich.

 

Ich wünsche dem mit dem Papierflieger und uns allen, du erlebst deine Seele will sich erheben

und es sind Flügel da, die Dich tragen weiter als gedacht und manchmal landest Du neben einem Bruder.

 

Und dem mit den Puppen und uns allen wünsche ich dass wir nicht nur tun was typisch ist und gewöhnlich sondern im Widerspruch sind und das üben, zu Hause im Spiel und wie Kinder.

   

Ich wünsche  uns und  den drei Jungs heute hier und in Zukunft mit und für Ihre Kinder  kostbare Momente, wie mit Glück bedeckte Schätze.

Dass Gegensätze füreinander werden wie im Himmel so auf Erden, nach Tränen, Flut und hohen Wogen immer wieder einen Regenbogen.

Dazu einen  Segen, den wir nicht beweisen können aber wohl erahnen

und die Erfahrung dass die harte Schale ein paar Risse zeigt in jeder Dame und in jedem Kerl denn in jedem Menschen steckt doch Gold, gelebt und heilig….das ist Gott gewollt.

Mit der freundlichen Genehmigung von Christina Brudereck durfte ich Ihnen diesen Text hier vorstellen.

Sie finden diesen und weitere schöne Impulse auf Ihrer

CD © 2Flügel “Wo auch immer”, http://www.2flügel.de/